Alle Spielsachen bekommen bei mir einen Namen. Das war bei meinem ersten Auto so und zieht sich hin bis zur Kameraausrüstung.
Für eine ähnliche Zeiss wurde auf einer amerikanischen Homepage der Name „Ike“ verwendet. Gefiel und gefällt mir. Klaute ich auch sofort.
Ike liefert auf einem 120er Film acht Aufnahmen im Format 6x9 Zentimeter.
Für einen leicht sehbehinderten Mittfünfziger ein recht passables Negativformat und, auch nicht schlecht, passendes Filmmaterial gibt es noch genug.
Die Kamera ist – zumindest für heutige Verhältnisse – recht minimalistisch ausgestattet.
Ein Gehäuse aus Metall mit Abdeckungen aus Weißblech und einem fix eingebauten 105mm Objektiv.
Die Optik wird zum Fotografieren an einem Balgen herausgeklappt, bzw. kann beim Transport wieder im Gehäuse versenkt werden. Dadurch ist es nicht nur geschützt sondern das Gesamtpaket wird auch
relativ kompakt.
Das 105er entspricht ziemlich genau einem „Normalobjektiv“ für dieses Negativformat. Sprich, die Bildwirkung mit den Augen gesehen, findet sich auch auf
den Bildern wieder.
Der Abstand zum Motiv wird geschätzt und auf die Entfernungsskala der Optik übertragen. Die Blende und Verschlusszeit werden manuell vorne am Objektiv eingestellt. Hier gibt noch einen
Drahtauslöser Anschluss und einen Selbstauslöser.
Einen integrierten Belichtungsmesser (oder gar eine automatische Belichtungseinstellung) sucht man(n) vergebens.
Der Verschluss wird vor jeder Aufnahme gespannt. Natürlich auch von Hand.
Ausgelöst wird dann entweder über einen Knopf auf der Oberseite des Gehäuses oder dem Drahtauslöser. Ebenfalls auf der Oberseite der Kamera wird dann der Film weitertransportiert. In der
Rückwand ist ein kleines, verschließbares Fenster integriert. Geschützt durch einen Rotfilter wird hier die Bildnummer abgelesen.
Tipp: Im Eifer des Gefechtes sollte darauf geachtet werden, dass nicht zu weit gedreht wird.
Im Prinzip egal, aber, wenn es öfter passiert, lassen sich halt nur mehr sechs oder sieben Aufnahmen machen…
Noch etwas zum Film. Es muss ein 120er verwendet werden. Dieser Filmtyp hat ein Schutzpapier, das sich über die gesamte Länge des Filmes zieht. Das ist
notwendig, weil nur so die Bildnummer abgelesen werden kann (die ist passend zum Negativformat auf dem Papier aufgedruckt ist) und – falls nicht vorhanden – der Film durch das rote Sichtfenster
von hinten belichtet wird.
Wobei das wahrscheinlich das kleinste Problem ist. Andere Filme als den 120er gibt es im Mittelformatbereich eh nicht mehr…


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